Von Buenos Aires nach Feuerland
Ich wollte immer schon mal einen Gletscher sehen, eine Kreuzfahrt machen und ans Kap Hoorn. Und da mein Freund Javi und ich noch nie in Südamerika waren, dachten wir, machen wir alles einfach dort und zwar in Argentinien und Chile. Da wir nur drei Wochen Zeit hatten, musste die Planung exakt stimmen.
Von Madrid flogen wir nach Buenos Aires. Wir verbrachten zwei Tage in der Hauptstadt, zum Sightseeing, Shoppen, Kultur und einem morgendlichen Lauf am Rio de la Plata.
Weiter ging es mit dem Flugzeug für drei Tage nach Bariloche, einem beliebten Skiort in Nordpatagonien. Wir nutzten das Frühlingswetter um wunderschöne Wanderungen zu machen, auf einen Aussichtspunkt zu reiten, einer Autofahrt auf der „Straße der sieben Seen“ und Käse-Fondue zu essen.
Anschließend flogen wir nach Calafate, einem vom Wind und Wetter gezeichneten Städtchen in Patagonien. Am ersten Tag bestiegen wir bei sonnigem Wetter den Cerro Cristal und genossen die Aussicht auf die Anden und den berühmten Gletscher Perito Moreno.
Am nächsten Morgen fuhren wir ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein die 80 km von Calafate zum Gletscher. Dort angekommen befanden wir uns im tiefsten Winter. Es schneite wie verrückt und war richtig kalt. Wir hatten die „Big Ice Tour“ gebucht, die uns mit dem Boot über den See an den Rand des Gletschers brachte.
Nach einer einstündigen Wanderung entlang des Gletschers, bekamen wir alle Klettergurte um die Hüften und Steigeisen an die Füße und los ging es aufs Eis. Nach ca. einer Stunde hatte ich das Gefühl am Südpol zu sein. Nur Eis und Schnee um mich herum und ohne Orientierung. Unser „Picknick“ machten wir mitten im Eis und schon nach fünf Minuten waren wir mehr oder weniger eingeschneit. Ein Erlebnis der anderen Art! Als wir nach der Tour wieder zurück an Land waren, fuhren wir noch an einen Aussichtspunkt. Die Sonne kam heraus und der gesamte Gletscher mit einer Länge von 60 km, einer Breite von 7 km und einer Höhe von 70 m lag uns zu Füßen. Etwa alle zehn Minuten konnten wir beobachten wie riesige Eisbrocken unter lautem Donnern ins Wasser fielen. Das war das beeindruckenste Naturschauspiel, das ich je gesehen habe.
Am folgenden Tag machten wir einen Tagesausritt am türkisfarbenen Lago Argentino und unseren letzten Tag in Patagonien nutzten wir, um zum Basislager des Cerro Fitz Roy bei El Chaltén zu wandern.
Danach ging es auf der berühmten „RA 40“ über die chilenische Grenze in den Nationalpark Torres del Paine. Leider schneite es die kompletten zwei Tage und wir ersetzten unsere geplante Wanderung zum Basislager Cerro Torre durch eine 40 km MTB-Fahrt entlang der Seen, trotz der Gefahr durch Pumaangriffe.
Weiter ging es mit besserem Wetter und einem Auto in die südlichste Stadt des amerikanischen Kontinents, Punta Arenas. Dort fing unsere viertägige Kreuzfahrt an. Mit der MS Via Australis fuhren wir durch die Magellanstraße und den Beagle Kanal um Kap Hoorn nach Ushuaia auf Feuerland, der südlichsten Stadt der Welt. Wir sahen viele atemberaubende Gletscher, Berge und Täler, Seeelefanten, Pinguine und Albatrosse, aber das aufregendste war wohl der Landgang an Kap Hoorn um 7 Uhr morgens.
In Ushuaia wanderten wir einen Tag durch den Nationalpark Tierra del Fuego und am letzten Tag machten wir nochmal zwei Bootsfahrten auf dem Beagle Kanal zu einem Leuchturm, einer Pinguin- und Seelöwenkolonie und einer Insel voller Kormoranen.
Von Ushuaia ging es wieder zurück nach Madrid. Dieser Urlaub war wirklich etwas Besonderes!





